„Na mal schauen, wie lange es dauert, bis der erste abwertende Kommentar kommt“, denke ich mir und klicke auf „Veröffentlichen“.
Wenige Minuten später starten meine neuen Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram.
Dieses Mal mit einer neuen Einstellung:
Denn normalerweise stelle ich meine Anzeigen auf Facebook und Instagram so ein,
dass sie nur an Frauen ausgespielt werden. Einfach, weil das meine Hauptzielgruppe ist.
Aber ich wollte dem Ad-Algorithmus mal ein bisschen mehr Spielraum geben, um den Preis pro Ergebnis noch ein bisschen zu optimieren.
Also hab ich die Zielgruppe testweise auf geschlechtsunspezifisch eingestellt. Obwohl ich mit dieser Einstellung in der Vergangenheit wirklich schon so einige fragwürdige Kommentare von Männern abbekommen habe – alle irgendwo zwischen Mansplaining und ganz offenem Sexismus.
Und, was soll ich sagen?
Es hat keine zwei Tage gedauert, bis der erste abwertende Kommentar unter einer meiner Anzeigen eintrudelte:
Und ich sitze davor, lese das und bin sprachlos. Zumindest kurz.
Nicht, weil ich denke: Oh nein, vielleicht hat Rene recht!
Ich bin seit 2016 selbstständig in diesem Bereich, habe schon mit 13 Jahren HTML, CSS und PHP gelernt (mehr über meine Geschichte erfährst du auf meiner Über Mich Seite).
Ich kann coden.
Ich bin sprachlos weil ich mich frage:
Was genau passiert da eigentlich im Kopf von so jemandem?
Rene sieht eine Anzeige:
Da ist eine Frau – in diesem Fall ich – und die macht sich sichtbar für Themen rund um Technik, Webdesign, und Strategie.
Und seine Reaktion ist nicht:
„Interessant.“
Oder: „Gefällt mir nicht, ich scrolle weiter.“
Sondern (wenn vielleicht auch unterbewusst): Der zeig ich jetzt mal, wo ihr Platz ist.
Und zwar in Form eines Kommentars, der nicht mal anonym ist.
Wir wissen sicher alle, was auf Facebook so über Fake-Profile geschrieben wird.
Aber nein: Rene kommentiert mit Klarnamen.
Auf seinem Profil sehe ich, wo er wohnt, wo er arbeitet, mit wem er zusammen ist. Dass er nebenberuflich fotografiert. Und dass er die gleiche Berufsausbildung abgeschlossen hat wie ich.
Für ihn scheint sein Kommentar also ganz logisch und berechtigt zu sein:
Eine Frau, die coden kann? Das kann ja gar nicht sein. Das kommentier ich da jetzt mal drunter.
Und genau da wird’s bitter. Denn Rene ist kein Einzelfall. Und es gibt diese Abwertungen gegenüber Frauen nicht nur im Tech-Bereich.
Sie zeigen sich in ganz vielen Bereichen:
Sobald Frauen sich zeigen.
Sobald sie was können.
Sobald sie erfolgreich sind.
Dann kommt von außen schnell dieses leise (oder auch laute) „Das ist doch nichts Richtiges“. Dann ist es plötzlich „nur so ein Mama- oder Mädchen-Business“. Oder: „Naja, die macht halt was auf Instagram 🙄“
Frauen wird so oft das Potenzial abgesprochen.
Oder die Kompetenz.
Oder beides gleichzeitig.
Und nein – es sind natürlich nicht alle (und nicht nur) Männer.
Auch manche Frauen tragen diese Denkmuster in sich. Bewusst oder unbewusst. Und ich glaube (oder hoffe) auch, dass die meisten Männer NICHT so sind.
Aber wenn in meinem Leben bisher jemand meine Kompetenz öffentlich angezweifelt hat, dann war das … ein Mann.
Jedes einzelne Mal.
Und ja, das ist ein gesellschaftliches Problem.
Umso wichtiger ist:
Dass wir uns trotzdem zeigen.
Angst vor Sichtbarkeit kann sich richtig unangenehm anfühlen.
Besonders dann, wenn uns die Falschen sehen:
❌ Die, die uns unsere Kompetenz nicht zutrauen.
❌ Die, die glauben, sie wüssten alles besser (obwohl sie nicht einmal die Basics verstanden haben)
❌ Die, bei denen es nicht darum geht, was wir sagen, sondern darum, dass wir es überhaupt wagen, etwas zu sagen.
Wenn du gut in etwas bist (und das bist du mit Sicherheit!):
Blick der Angst vor der Sichtbarkeit ins Auge und zeig dich trotzdem! Oder: Erst recht! 😤
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PS: Das Ende der Rene-Story war übrigens, dass er nicht mit dem Gegenwind aus meiner Community gerechnet hat und mich kurzerhand blockiert und seine Kommentare gelöscht hat. Ein echter Powermann eben. 🙄
PPS: Ich habe das Ganze übrigens in einem kurzen Reel auf Instagram verarbeitet, das für meine Verhältnisse sogar ein wenig viral gegangen ist. Schau es dir gern an, wenn du magst. 😊