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Onlineshop für digitale Produkte: brauchst du einen?

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„Aber Annika, wie sieht das denn mit der Shop-Funktion aus, wenn ich meine Website mit WordPress umsetze? Das geht doch sicher, oder?“

Diese Frage bekomme ich immer und immer wieder gestellt.

Und wenn ich es mir einfach machen wollte, würde meine Antwort so klingen: Klar geht das. Du installierst das Plugin WooCommerce, richtest alles einmal ein und hast einen Shop auf deiner Website.

Technisch stimmt das sogar.

Trotzdem ist es die falsche Antwort. Warum? Weil sie zwei Dinge komplett ausblendet: Die meisten Frauen, die mich das fragen, haben Besseres zu tun, als sich in Shop-Technik einzuarbeiten. Und die meisten von ihnen verkaufen digitale Produkte, keine Ware, die im Karton verschickt wird.

Deswegen bekommst du hier meine ehrliche Antwort. Inklusive der Info, wie ich es selbst mache und warum.

Kleiner Spoiler: Ich habe keinen Shop auf meiner Website. Obwohl ich genau wüsste, wie ich ihn baue.

Lass uns loslegen:

Was ein Onlineshop für digitale Produkte wirklich bedeutet

Kurz zur Einordnung, damit wir vom Gleichen reden.

WordPress Lexikon: Was ist WooCommerce? WooCommerce ist das bekannteste Shop-Plugin für WordPress. Es verwandelt deine Website in einen Onlineshop mit Warenkorb, Kasse, Bestellabwicklung und Kundenkonten. Das Plugin selbst kostet nichts.

Klingt erstmal super, oder?

Das Wort, an dem alles hängt, ist „Bestellabwicklung“. Denn in dem Moment, in dem deine Kundin bei dir auf der Website auf den Bestellbutton klickt, schließt sie den Vertrag mit dir. Nicht mit einer Plattform. Mit dir.

Und damit liegt alles, was danach kommt, ebenfalls bei dir.

Grund 1: Der rechtliche Teil landet komplett auf deinem Schreibtisch

Ich arbeite seit über 15 Jahren mit WordPress und habe in dieser Zeit auch diverse Onlineshops eingerichtet. Ich weiß also ziemlich genau, was dahintersteckt.

Und der Teil, der die meisten überrascht, ist selten die Technik. Es ist das Drumherum.

Die Umsatzsteuer bei digitalen Produkten

Digitale Angebote gelten steuerlich als elektronische Dienstleistung. Und die werden anders behandelt als eine Beratung, die du hier vor Ort gibst.

Vereinfacht gesagt: Sobald deine grenzüberschreitenden Verkäufe an Privatpersonen in der EU zusammengenommen eine bestimmte Schwelle überschreiten (derzeit 10.000 Euro netto im Jahr), gilt für diese Verkäufe der Steuersatz des Landes, in dem dein Kunde sitzt. Gemeldet wird das dann zentral über das sogenannte OSS-Verfahren beim Bundeszentralamt für Steuern.

Klingt nach einem Randthema? Ist es nicht. Ein Onlinekurs verkauft sich eben auch nach Österreich, in die Schweiz oder nach Spanien, ohne dass du etwas dafür tust.

Ganz wichtig: Ich bin Webdesignerin, keine Steuerberaterin. Wie das in deinem konkreten Fall aussieht (und ob du zum Beispiel als Kleinunternehmerin unter ganz anderen Regeln stehst), klärst du bitte mit deiner Steuerberatung. Ich mache das genauso. Mir geht es hier nur darum, dass du weißt, dass dieses Thema existiert, bevor du dir einen Shop auf die Website baust.

Die Pflichtangaben im Shop

WooCommerce ist ein amerikanisches System und erfüllt die deutschen Vorgaben von Haus aus nicht.

Preisauszeichnung, Widerrufsbelehrung, korrekt beschrifteter Bestellbutton, Pflichtangaben im Checkout: Dafür brauchst du zusätzlich ein spezialisiertes Plugin. Die beiden gängigen sind Germanized Pro (rund 69 Euro im Jahr) und German Market (rund 75 Euro im Jahr). Dazu kommen Rechtstexte, die zu deinem Shop passen.

Der Widerrufsbutton

Und jetzt kommt etwas, das viele noch gar nicht auf dem Schirm haben.

Seit dem 19. Juni 2026 gilt in Deutschland eine neue Pflicht. Wer online Verträge mit Verbrauchern schließt, bei denen ein Widerrufsrecht besteht, muss eine gut sichtbare Funktion anbieten, über die der Widerruf direkt online erklärt werden kann. Eine Widerrufsbelehrung allein reicht nicht mehr.

Fehlt diese Funktion, ist das ein klassischer Abmahngrund.

Die Rechnungen

Jede einzelne Bestellung braucht eine korrekte Rechnung mit fortlaufender Nummer. Und wenn der Nummernkreis irgendwann aus der Bahn fliegt, ist das deine Baustelle.

Aber: Ich möchte hier keinen Zeigefinger heben. Das alles ist lösbar, und du bist clever genug, dich da reinzufuchsen.

Es ist eben nur nicht „einmal einrichten und fertig“. Es ist ein Bereich, der dauerhaft gepflegt werden will, während sich die Gesetzeslage weiterdreht.

Grund 2: So viele Plugins wie nötig, so wenige wie möglich

Das ist einer meiner wichtigsten Grundsätze beim Bauen von Websites. Und ein Shop ist der schnellste Weg, ihn zu brechen.

Denn ein Shop kommt selten allein. Zum Shop-Plugin gesellen sich das Rechtssicherheits-Plugin, die Anbindung an deinen Zahlungsanbieter, vielleicht ein Rechnungs-Plugin, vielleicht noch ein Mitgliederbereich für deinen Kurs.

Jede dieser Erweiterungen will aktualisiert werden. Jede kann bei einem Update haken. Und jede ist eine Stelle, an der etwas kaputtgehen kann, während du gerade Feierabend hast.

Dazu kommt: Wo Geld fließt, schauen Angreifer genauer hin. Ein Shop verarbeitet Bestelldaten und Zahlungsinformationen. Das macht ihn zu einem attraktiveren Ziel als eine normale Website.

Dass Erweiterungen die empfindlichste Stelle einer WordPress-Website sind, zeigen auch die Zahlen. Der Sicherheitsanbieter Patchstack dokumentiert jedes Jahr mehrere Tausend neue Schwachstellen im WordPress-Umfeld, und die ganz große Mehrheit davon steckt in Plugins.

Das ist übrigens kein Argument gegen WordPress. Ich baue seit Jahren nichts anderes und liebe dieses System.

Es gilt: Eine schlanke WordPress-Website mit wenigen, gut gepflegten Plugins läuft jahrelang unauffällig. Genau diese Ruhe gibst du auf, wenn du dir den kompletten Verkaufsprozess mit ins Haus holst.

Kleiner Blick zurück: Ich habe früher selbst Shops für Kundschaft eingerichtet. Für echte, physische Ware. Nach einigen Jahren sind fast alle davon zu einem spezialisierten Shopsystem gewechselt. Nicht wegen WordPress. Sondern wegen des Alltags mit der Bestellabwicklung.

Grund 3: Für digitale Produkte gibt es Anbieter, die das komplett übernehmen

Und jetzt darfst du einmal durchatmen.

Denn das Beste an dieser ganzen Liste ist: Du musst dich um keinen einzigen Punkt davon kümmern. Es gibt nämlich Leute, deren komplettes Geschäftsmodell darin besteht, dir genau das abzunehmen.

Für digitale Angebote (Onlinekurse, E-Books, Vorlagen, Audios, Tools) gibt es Plattformen, die genau dafür gebaut wurden. Im deutschsprachigen Raum sind das vor allem Ablefy (bis Oktober 2024 hieß die Plattform elopage) und Digistore24.

Ich selbst habe mich 2019 für Ablefy entschieden, als ich mein erstes digitales Angebot gelauncht habe. Bis heute läuft alles darüber.

Falls du dir das in Ruhe ansehen willst: Du kannst Ablefy 14 Tage lang testen*.

*Affiliate-Link. Wenn du dich darüber anmeldest und später bei Ablefy bleibst, bekomme ich eine Provision. Für dich ändert das nichts am Preis, und meine Empfehlung stünde hier auch ohne.

Der entscheidende Unterschied heißt Reseller-Modell.

Das funktioniert so: Die Plattform kauft dein Produkt in dem Moment an, in dem jemand bestellt, und verkauft es weiter. Damit wird die Plattform zum Vertragspartner deiner Kundin. Du bist raus aus dieser Rolle.

Und damit wandert der ganze Papierkram mit:

  • Steuerberechnung für das jeweilige Land
  • Rechnungsstellung an deine Kundinnen und Kunden
  • Meldepflichten im Ausland
  • Mahnwesen, auf Wunsch inklusive angeschlossenem Inkasso
  • fertige Bezahlseite mit verschiedenen Zahlarten

Du bekommst einmal im Monat eine Abrechnung und gibst diesen Betrag als Einnahme an. Das war’s.

Bei einem Onlinekurs kommt bei Ablefy sogar die Kursplattform gleich mit, sodass deine Kundin nach dem Kauf automatisch ihren Zugang bekommt.

„Aber das kostet doch Transaktionsgebühren!“

Ja. Stimmt.

Bei Ablefy sind es im Reseller-Modell im Einsteigerpaket 7,5 Prozent vom Bruttopreis plus 1 Euro pro Verkauf, dazu ein monatlicher Paketpreis ab 39 Euro. In den größeren Paketen sinkt der Prozentsatz, je mehr Umsatz du machst. Bei Digistore24 gibt es keine monatliche Grundgebühr, dafür 7,9 Prozent vom Bruttopreis plus 1 Euro für den Preisanteil bis 400 Euro.

Bei einem Produkt für 119 Euro brutto landest du damit ungefähr bei 10 Euro pro Verkauf. (Stand Juli 2026)

Und jetzt die Gegenrechnung, die selten jemand macht.

Auch der eigene Shop ist nicht umsonst. Die 69 Euro für das Rechtssicherheits-Plugin von weiter oben sind erst der Anfang. Dazu kommen die Rechtstexte, die Gebühren deines Zahlungsanbieters (die fallen so oder so an, auch im eigenen Shop), womöglich eine Kursplattform und die Einrichtung, falls du sie nicht selbst machst. Was eine WordPress-Website ohnehin monatlich kostet, habe ich in meinem Blogartikel „Was kostet eine WordPress-Website? Die monatlichen Kosten“ aufgeschlüsselt.

Vor allem aber zahlst du mit Zeit. Und Zeit ist die Währung, die du in deinem Business am wenigsten übrig hast.

Deshalb gilt für mich: Diese Gebühr ist eine Dienstleistung. Genau wie das, was wir als Expertinnen selbst anbieten und wofür wir bezahlt werden möchten.

Ich zahle dafür, dass ich sonntags um 23 Uhr schlafen kann. Ich möchte nicht nachts um halb zwei Feuerwehr spielen. Ich bin Webdesignerin, keine Feuerwehr.

2 Einwände, die jetzt vermutlich in deinem Kopf sind

Du hast es dir wahrscheinlich schon gedacht: So einfach kann das doch nicht sein. Deswegen nehme ich die häufigsten Rückfragen direkt vorweg.

„Auf der Rechnung steht dann nicht mein Name. Wirkt das nicht unprofessionell?“

Nein. Genau das ist ja der Sinn der Sache: Die Plattform ist rechtlich die Verkäuferin, deshalb steht sie auf der Rechnung. Dein Name und deine Marke stehen trotzdem überall dort, wo deine Kundin hinschaut. Auf der Angebotsseite, auf der Bezahlseite und im Produkt selbst. Ich verkaufe seit 2019 auf genau diesem Weg.

„Die Bezahlseite sieht doch gar nicht aus wie meine Marke.“

Das ist der Einwand, den ich als Designerin am besten verstehe. Und ja: Eine Bezahlseite ist nie so individuell wie deine eigene Seite.

Aber du kannst sie an deine Marke annähern. Logo, deine Farben, ein Bild vom Produkt, klare Texte. Und ganz ehrlich? An der Stelle, an der jemand seine Zahlungsdaten eingibt, zählt Vertrauen mehr als Schönheit. Ein sauberer, bekannter Checkout wirkt dort oft besser als eine hübsche Bastellösung.

So verbindest du deine Website mit Ablefy oder Digistore24

Bleibt die praktische Frage: Wenn der Verkauf über eine Plattform läuft, wofür brauchst du dann überhaupt noch deine Website?

Für ziemlich viel. Deine Website macht die ganze Arbeit davor. Die Plattform übernimmt nur den letzten Klick.

Das sieht in der Praxis so aus, in 3 Schritten:

  1. Auf deiner Website liegt deine Angebotsseite, auf der du dein digitales Produkt vorstellst.
  2. Der Button „Jetzt buchen“ verlinkt auf deine Bezahlseite bei Ablefy oder Digistore24.
  3. Dort schließt deine Kundin / dein Kunde die Bestellung ab und bekommt ihren Zugang automatisch.

Von da an läuft alles automatisiert und ausgesprochen supportarm. Deine Website bleibt schlank, deine Buchhaltung übersichtlich.

Und wann ist WooCommerce trotzdem die richtige Wahl?

So weit mein Weg. Fair bleiben gehört aber dazu, deswegen jetzt die Gegenseite. Es gibt einen Fall, in dem ich einen eigenen Shop sinnvoll finde: physische Produkte.

Wenn du echte Ware verschickst, brauchst du Lagerbestände, Versandkosten, Lieferzeiten und Versandlabels. Genau dafür ist WooCommerce gebaut. Dann lohnt sich die Einarbeitung, und dann ist es das richtige Werkzeug.

Auch bei digitalen Produkten kannst du dich bewusst dafür entscheiden. Etwa, wenn du wirklich alles selbst in der Hand haben willst und bereit bist, dich dauerhaft darum zu kümmern.

Nur dann bitte mit offenen Augen. Und hol dir jemanden dazu, der Shops professionell einrichtet.

Fazit: Technisch möglich heißt nicht automatisch sinnvoll

Also, meine Antwort auf die Ausgangsfrage:

Ja, rein theoretisch kannst du dir ein Shop-System auf deiner WordPress-Website einrichten.

Bei digitalen Produkten würde ich dir trotzdem davon abraten. Nicht, weil du es nicht schaffen würdest. Du schaffst das. Aber du verbrennst deine Energie an einer Stelle, die dir keinen einzigen zusätzlichen Verkauf bringt.

Ich weiß genau, wie ich einen Shop baue. Und ich habe mich trotzdem dagegen entschieden.

Weil ich meinen Fokus dort haben will, wo mein Business wächst.

Und das darfst du auch. Alles in deinem Tempo.

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Wer schreibt hier?

Annika Gievers

Mein Spezialgebiet sind strategische WordPress Websites, die Besucher in Kunden verwandeln. In den letzten Jahren haben sich über 1000 Frauen mit meiner Hilfe ihre eigene strategische Website erstellt. Und genau das schaffst du auch! Hier erfährst du mehr über mich und meine Angebote.